Termine

familiar things

Für Konzert-Saison 2018/19 wurden Projekte gesucht, welche in einem oder mehreren Aspekten „familiär“ sind bzw. sich mit dem Thema „Familie“ beschäftigen. Die Familie ist ein Raum der Vertrautheit und der Nähe, der Verwandtschaft und der Ähnlichkeit, der Wiedererkennung des Eigenen im Anderen. In ihr werden die Werte der eigenen Kultur, der eigenen Art und die eigenen Umgangsformen gelebt. Doch Vertrautheit erzeugt auch Verachtung. In der Familie können kleine Gesten schnell zu großen Eskalationen führen, und auch das muss man kultivieren.

Das KuratorInnen-Team der Neuen Musik St.Ruprecht hat im besonderen Projekte zusammengefasst, welche die Familie auch in ihrer Besetzung widerspiegeln.

 


 

31. März 2019 – Streichtrio Kimmig-Studer-Zimmerlin

In der klassischen Musik zählen Streichtrios zu den häufigsten kammermusikalischen Besetzungen. Im Jazz sind sie hingegen eine Rarität. Insofern ist das frei improvisierende Trio Kimmig-Studer-Zimmerlin schon aufgrund des Instrumentariums ungewöhnlich, auch wenn es sich von klassischen Streichtrios dadurch unterscheidet, dass es mit Violine, Violoncello und Kontrabass besetzt ist. Die Schweizerisch- deutsche Formation Streichtrio improvisiert auf der Basis einer langjährigen Zusammenarbeit und Vertrautheit und entwickelt facettenreiche Klangwelten, Strukturen und Formen.

Harald Kimmig: Violine 

Alfred Zimmerlin: Violoncello 

Daniel Studer: Kontrabass 

Kimmig-Studer-Zimmerlin

 


 

28. April 2019 – Michael Bruckner / KLANGVORHANG II

Ritual für 32 Töpfe und Wasser 

Die Emailletöpfe hängen in Reihen – Ahnenreihen – Familienstammbaum. 

Emailletöpfe stehen für Tradition und Familienleben gleichermaßen wie für alchemistische Prozesse. 

Kultur und Natur – der Mensch trägt beides in sich und Beides will gelebt werden. Körperliches und Körperloses, Sichtbares und Unsichtbares, Nahes und weit Entferntes, die Beziehung zu den Eltern und die Beziehung zu unsere Urahnen. 

Wasser, als Ausgangspunkt des uns bekannten Lebens, trägt seit jeher magische Qualitäten in sich. Durch Hingabe und Konzentration auf das Element auf die damit erzeugten, sich überlagernden, Rhythmus- und Melodiestrukturen wird ein Zugang zu Tranceerfahren möglich. 

Der KlangVORHANG kann sowohl als Bild für die Trennung zweier Welten stehen, oder aber auch das Tor sein, das Begegnung zulässt… 

Klangvorhang

 


 

12. Mai 2019 – LindsayCooperQuartett / Patchworkfamilie

Patchworkfamilie: eine Familie, in der von unterschiedlichen Elternteilen stammende Kinder (aus aktuellen oder vorangehenden Beziehungen) leben.

Auf dieselbe Weise bilden auch verschiedene Genres der Musikwelt ein großes Ganzes, genauso wie das LindsayCooperQuartett. Die vier MusikerInnen spielen dasselbe Instrument, begegnen sich aber mit sehr unterschiedlichen Familien-(Musik-)Geschichten. Wie bei jeder Patchworkfamilie spielen sich die wichtigsten Momente und Entscheidungen in der Improvisation ab.

Christof Dienz: (präpariertes) Fagott, Spielzeug

Benedikt Dinkhauser: (präpariertes) Fagott

Lorelei Dowling: (präpariertes) Fagott, Kontraforte

Maria Gstättner: (präpariertes) Fagott, Stimme, Spielzeug

Lindsay Cooper Quartett

 


 

09. Juni 2019 – Martel, Normand & Schellander

Das Trio Martel, Normand & Schellander schlägt vor, den Saitenbass in den verschiedenen Formen, die er im Laufe der Zeit eingenommen hat – Viola da Gamba, Kontrabass und E-Bass – zu ergreifen, um seine Rolle, Sprache und seinen Klang neu zu definieren. Von ihren fernen Wurzeln im 16. Jahrhundert bis zu ihren jüngsten Inkarnationen in der zeitgenössischen Zeit bieten diese drei Instrumente einen genealogischen Vorwand für die Erforschung neuer musikalischer Möglichkeiten. Mit ihren unorthodoxen Spieltechniken und ihrem Engagement für improvisierte Musik werden Martel, Normand & Schellander die versteckten Facetten des Basses aufdecken und die Klischees auslöschen, die diese Instrumentenfamilie im ewigen Hintergrund halten würden.

Pierre-Yves Martel, Viola da Gamba (Kanada) 

Eric Normand, E-Bass, Elektronik (Kanada) 

Matija Schellander, double dass (Österreich)

 


 

Vergangene Konzerte:

16. September 2018 – Andreas Trobollowitsch / Santa Melodica Ensemble

Das Santa Melodica Ensemble ist eine Klangperformance für fünf PerformerInnen, zwanzig präparierte Melodikas, Kabelrohre und Luftballone.

Während des Spielens schwingt jede PerformerIn ihr Instrument mit einer eigenen Geschwindigkeit. Dadurch entsteht innerhalb des Ensembles ein Arpeggio-Effekt welcher sich stetig in und um sich selbst verschiebt. Die Ausführenden verschmelzen zu einem sich kontinuierlich transformierenden kybernetischen Organismus.

Santa Melodica Ensemble – Video

Andreas Trobollowitsch

 


 

07. Oktober 2018 – eXtracello

– silence –

Ein Abend zwischen Improvisation und Komposition, Bezug nehmend auf die besondere Atmosphäre der Kirche.
Musik der Stille aus verschiedenen musikalischen Epochen wird mit freier Improvisation verbunden, so dass ein musikalischer Fluss entsteht, aus dem die Kompositionen auftauchen und wieder verschwinden. Dieser Abend will eine Stimmung schaffen, die die Zuhörenden zum innerem Anhalten einlädt.

Österreichs einziges Cello-Quartett begeistert seit seiner Gründung im Jahr 2004 die europäische Musikszene. Die Musikerinnen stellen sich bei jedem Konzert der Herausforderung über stilistische, kammermusikalische und spieltechnische Grenzen hinauszuwachsen und werden dabei zu einem einzigartigen Klangkörper.

Für die Konzertreihe der Neuen Musik St.Ruprecht wurde von eXtracello eigens für den Kirchenraum St.Ruprecht ein neues, abendfüllendes Werk komponiert und konzipiert.

Dauer: ca 80 Min. ohne Pause

Edda Breit, Gudula Urban, Melissa Coleman, Margarethe Deppe – Violoncello

eXtracello

 


 

11. November 2018 – mdw / Impro

Der von der mdw angebotene Schwerpunkt für Improvisation und Neue Musik ist seit vielen Jahren Brutstätte, Treffpunkt, Sprungbrett und Basis der Neuen Musik in Österreich. Dieser Schwerpunkt ist ein geschützter Ort für junge KünstlerInnen um sich zu probieren und zu profilieren, hier werden die Grundsteine für viele Projekte und Ensembles gelegt – in der Familie.

Wir haben den Schwerpunkt eingeladen einen Abend für Neue Musik St.Ruprecht zu gestalten, ein Familientreffen.

Diana Lind-Hannappi – Flöte / Milena Schmidt – Violine / Antonia Lisa Winkelmayr – Klavier

Adele Thoma – Klavier / Benedek Gaspar – Altsaxophon / Thomas Grimm – Fagott / Peter Mallinger – Klarinette