am punkt .
Die Konzert-Saison 2025/26 der Neuen Musik in St.Ruprecht steht unter dem Titel
am punkt .
Gesucht wurden Projekte, die Musik und Klang auf den Punkt bringen. Durchdachte Vorstellungen in welche Richtung das Projekt (nicht) geht bzw. wo es steht und warum. Ausgeklügelte und raffinierte musikalische Kommunikation, möglicherweise mit lustvollen Umwegen, aber immer mit einem Ziel vor Augen.
Extreme sollen dabei eher ausgeklammert werden. Der Fokus liegt auf dem Blick nach Innen, Details, Sublimität, möglicherweise auch Eleganz.
Die Konzertreihe der Neuen Musik St.Ruprecht lässt seit 20 Jahren die Klänge der Jetztzeit / Gegenwart auf die beinahe ältesten Mauern Wiens treffen und erfreut sich an den Produkten.
28. September 2025 – UnterGrund ÜberWasser
Eine Erkundung der Übergänge – von äußeren Hüllen zum inneren Kern.
Die menschliche Haut, die Erdoberfläche oder ein symbolisches Schutzschild stehen für Begrenzung, Verletzlichkeit – und für Schutz. Doch was geschieht, wenn wir diese Grenzen sanft ertasten – und durchlässig werden lassen?
UnterGrund ÜberWasser lädt dazu ein, unter die Oberfläche zu tauchen. In Kontakt zu treten. Das Wesentliche spürbar werden zu lassen. Nicht Kontrolle, sondern Resonanz – ein wechselseitiges Berühren und Berührtwerden.
Dieser Weg nach innen ist keine bloße Reduktion. Kein Rückzug auf das Wesentliche allein – sondern auch eine Öffnung. Eine Bewegung hin zu Echtheit, Verbundenheit, Lebendigkeit. Und wenn sich das Innere wandelt, verändert sich auch der Blick nach außen.
Ein vielschichtiges Projekt mit fließenden Übergängen – zwischen Struktur und Tiefe, Klarheit und Unschärfe, Spannung und Lösung.
Musik und Tanz, die nicht nur gehört und gesehen, sondern körperlich erfahren werden.
Elisabeth Orlowsky | Tanz, Choreographie
Petra Stump-Linshalm | Kompositionen, Bassklarinette, Klarinette
Heinz-Peter Linshalm | Kontrabassklarinette, Bassklarinette
Taikan Yamasaki | Percussion
KNUSP 2025/26
10. Oktober 2025 – FriForma Celje
11. Oktober 2025 – Kulturkotter Graz
12. Oktober 2025 – Ruprechtskirche Wien
Mit KNUSP möchten wir – das KuratorInnen-Team der Neuen Musik St.Ruprecht – ein neues Format der Begegnung etablieren. Einmal pro Saison laden wir geschätzte MusikerInnen der Echtzeitmusik ein um sich mit uns musikalisch auszutauschen.
Bei dieser Zusammenkunft sollen verschieden Formen von Synergien gepflegt und kultiviert werden: Die soziale Vernetzung, ein bekennen zueinander, eine Handreichung und Anerkennung unter KollegInnen und MitstreiterInnen. Aber noch viel wichtiger, das gemeinsame Erschaffen und Erleben, sich begegnen in Aufgeschlossenheit, Aufmerksamkeit und Respekt.
Maria Gstättner | Fagott
Ilia Belorukov | Altsaxophon, Synthesizer, Objekte
Gobi Drab | Blockflöten
Klaus Haidl | Saiteninstrumente
19. Oktober 2025 – V/O
Das Projekt „V/O“ ist eine neue Zusammenarbeit zwischen Viola Yip und Olivia De Prato für verstärkte Violine, Feedback-Elektronik und Objekte. Das Projekt V/O erforscht spezifische musikalische Momente, die aus den materialistischen und performativen Beziehungen zwischen Körper, Instrumenten und dem umgebenden Raum entstehen und deren komplexes performatives Netzwerk durch Elektronik sichtbar machen.
Yip nutzt Elektronik, um unsichtbare Körperlichkeiten unserer Alltagsgegenstände klanglich sichtbar zu machen. Indem sie verschiedene Resonanzobjekte zwischen Mikrofon und Lautsprecher einbringt und diese Beziehungen durch ihre Aktionen stört, entstehen unterschiedliche Tonhöhen und Klangtexturen. Kontrapunktisch kreiert De Prato eine Klangpalette, die sich aus den physischen Beziehungen zwischen Bogen, Saiten, Resonanzboden und ihrem Körper ergibt, in Verbindung mit ihrem virtuosen musikalischen Gespür auf ihrer verstärkten und präparierten Violine.
Olivia De Prato | verstärkte Violine
Viola Yip | Feedback Elektronik, Objekte
www.oliviadeprato
www.violayip.com
13. November 2025 – Farbfilm vergessen? – Wien im Transformationsprozess der 90er Jahre
in Kooperation mit Wien Modern
Installation bei freiem Eintritt, geöffnet 10:00-20:00
1988 hatte Wien den niedrigsten Bevölkerungsstand im 20 Jahrhundert, und drohte in grau-beiger Provinzialität zu versinken. Dies änderte sich mit zunehmender Einwanderung und Stadtentwicklung in den frühen 90er Jahren. Wien wurde zu einer Keimzelle kultureller Bewegung und zum Hotspot musikalischer Experimente. Aus dem verschlafenen Dorf wurde wieder eine bunte Weltstadt, die große Anziehungskraft auf internationale Kunstschaffende ausübte.
Die Klangkünstlerin Christine Schörkhuber interviewte Menschen, die in den frühen 90er Jahren aus verschiedenen Regionen und Ländern nach Wien kamen und die Stadt erstmals intensiv in dieser Periode kennenlernten.
Daraus entsteht ein modulares Hörstück, das auch als Soundwalk und Begleitung beim Spazieren in der Stadt funktioniert.
22. März 2026 – Babikov / Moser / Musil / Poleukhina
Vier Musiker*innen, an vier Punkten im Raum verteilt, zwei Parabol-Lautsprecher mit je zwei Quellen setzen weitere vier Punkte in den Raum, verändern die akustische Projektion der Instrumente und der Projektionsorte also die Wahrnehmung des Gesamtraumes. Die von den Parabolen ausgesendeten fokussierten akustischen Strahlen ermöglichen eine vollkommene Neuzusammensetzung des gespielten Ausgangsmaterials in seiner räumlichen Gestalt und führt zur Möglichkeit eines einzigartigen Eintauchens in die klanglich/musikalisch/architektonischen Gegebenheiten des Kirchenraumes der Ruprechtskirche. Die angestrebte differenzierte Wahrnehmung der acht unterschiedlich projizierten Punkte im Raum kann nur durch subtiles, raumbezogenes musikalisches Material erzielt werden. Das heißt, die Musiker*innen sind dazu angehalten sich vollkommen auf den gegebenen Raum und seine texturale Entfaltung einzulassen.
Alexander Babikov | (E-) Gitarre, Elektronik
Michael Moser | Cello, Elektronik
Wolfgang Musil | Live-Elektronik
Marina Poleukhina | Objekte, Stimme, Elektronik
babikov.klingt.org
polwechsel.com
12. April 2026 – brrrds+y
Die brrrds (Gnigler, Osojnik, Zlanabitnig) schwärmen seit 2022 durch die endlosen Biotope von Improvisation, Konzept und Komposition. In ihrer flötenden Feldforschung erkunden sie kollektive Bewegungen, sowohl in der Gesellschaft als auch in der Natur und übersetzen diese in flirrenden Klang. Mitunter befinden sie sich in einem Gewächshaus und vertonen dieses frei nach ihrem inneren Blick, sei es durch eine Lupe oder auch mal im Zeitraffer.
2023 wurde Milena Georgieva aka yuzu (Live-Elektronik und Synthesizer) an Bord geholt und damit zur Formation brrrds+y mutiert.
In den Kompositionskonzepten geht es insbesondere um die Interaktion zwischen verschiedenen (Block-)Flöten, aber auch um jene mit den vielseitigen Möglichkeiten der Elektronik. Kompositorische Experimente wir mit neue Spieltechniken, Interferenztöne, geräuschhafte Klangerzeugung und komplexe rhythmische Strukturen, die akribisch verfolgt werden.
Am Punkt – mit drei (Block-)Flöten – das will in all der Vogelfreiheit gut exerziert sein. Genau das, was es ist, und nichts anderes, nämlich (Block-)Flöten mit Elektronik, keine Angst vor Höhen und Tiefen, keine Angst vor schrill-schönen Tönen, Flötendes auf den Punkt gebracht.
Sara Zlanabitnig | Querflöten
Maja Osojnik | Blockflöten
Christine Gnigler | Blockflöten
Milena Georgieva aka yuzu | Elektronik und Synthesizer
https://sarazlanabitnig.com/
https://maja.klingt.org/
https://www.christinegnigler.com/
https://milenageorgieva.xyz/
26. April 2026 – Heilbron / Lane
Jakob Ullmannsolo I (1992/93-2010) und Solo IV (2013/14) – Simultane Realisation
Viertel-Ton-Flöten, Kontrabass und Zuspielung
A rare evening-length simultaneous performance of Jakob Ullmann’s ‘Solo I’ and ‘Solo IV’. In Ullmann’s music, subtle gradations of sound and noise are located on the periphery of perception. His complex, palimpsest-like scores, played softly, encourage delicate and inward-looking performances which draw on subtlety and fragility.
“For me, it is a central point in my work that the performer and the listener are both free to play and hear the music without backgrounds, environments, or other ideas outside of music […] The piece should become so alien to me that the performance is of sound and not of ideas or, even worse, ideology […] The decision should be a decision of the ear, but it is also important for me to embed traditions of faith, of culture, of thinking and acting in a time shaped by the political circumstances of oppression and wars that result in a great loss of cultural heritage […] The listener is confronted with the fragility of memory so that they can reconstruct their own memories and their own traditions.” (Jakob Ullmann, 2018)
The duo project of Berlin-based Australian musicians Rebecca Lane (quarter-tone flutes) and Jon Heilbron (double bass and organ), features two instrumentalists at the forefront of microtonal and Just Intonation music renowned for their “precision, concentration and sympathy” (Gramophone). Their recording of Catherine Lamb’s Muto Infinitas (Another Timbre, 2021) was named as one of WIRE Magazine’s “Top Ten Contemporary Classical Albums”, and the duo has premiered new works for their unusual instrumentation at festivals and venues across Australia and Europe. Recent and current collaborators include Catherine Lamb, Cenk Ergun, Thomas Nicholson, Alyssa Aska, and James Rushford. Both are members of the Berlin-based Harmonic Space Orchestra, a performance and research collective focusing on extended Just Intonation and the quartet ‘Asterales’ with Leo Dupleix and Fredrik Rasten.
Rebecca Lane | Viertel-Ton Alt- und Bass-Flöten
Jon Heilbron | Kontrabass
www.sacredrealism.org/Rebeccalane
www.jonheilbronmusic.com
10. Mai 2026 – Spuren im Klang | KUG/PPCM – Soinu Ensemble
In Kooperation mit Suena Festival
Konzertbeginn 19:00 !!
Ein Palimpsest entsteht, wenn sich neue Schichten über alte legen, ohne sie vollständig auszulöschen. Dieses Prinzip prägt auch das Konzert des PPCM-Ensembles: Spuren vergangener Gesten werden hörbar, überlagern sich mit neuen Einschreibungen und bilden vielschichtige Resonanzräume.
Die beiden Uraufführungen von Fernando Villanueva und Gerard Erruz greifen diesen Gedanken auf – Villanueva sucht nach verborgenen Mustern vergangener Formen, während Erruz das Ineinandergreifen von Ensemble und Elektronik als ein sich verdichtendes Textgewebe entfaltet. Werke von Sebastian Rivas, Hèctor Parra, Michelle Agnes und Gabriel Erkoreka erweitern das Spektrum: Klangschichten lösen sich aus der Leere, Energie und Resonanz durchdringen den Raum, akustische Gesten verschränken sich mit elektronischen Spiegelungen.
Programm
Fernando Villanueva (*1976, Spanien) Neues Werk für Ensemble (UA).
Gerard Erruz (*1993, Spanien) Neues Werk für Ensemble und Elektronik (UA).
Sebastián Rivas (*1975, Frankreich) Hollow für Bassklarinette, Cello und Kontrabass
Hèctor Parra (*1976, Spanien) An exploration of live für Cello und Schlagzeug
Michelle Agnes (*1979, Brasil) Orange für Cello, Kontrabass und Elektronik
Gabriel Erkoreka (*1979, Mexiko) Saturno für Bassklarinette und Cello
29. Mai 2026 – Lange Nacht der Kirchen
Beginn: 21:15
Maria Gstättner | Fagott
Gobi Drab | Blockflöten
Klaus Haidl | Saiteninstrumente
31. Mai 2026 – Triptychon / Julie Michael
Eine musikalische Reise in drei Abschnitten für Solobratsche. Das Programm entfaltet sich wie ein Lebenszyklus und erforscht menschliche Rituale. Es geht um die Suche nach Sinn und Gleichgewicht, wobei der Schwerpunkt auf Originalkompositionen und Arrangements liegt.
Leilehua Lanzilotti, ko’u inoa (2017)
György Ligeti, Viola Sonata, I: Hora lunga (1991-94)
Simon Steen-Andersen, Study for String Instrument #1 (2007)
Georges Aperghis, En un tournemain (1987)
Julie Michael, into the sea (2022)
Paul Hindemith, Viola Sonata Op. 25, no. 1: Rasendes Zeitmass (1922)
Julie Michael, Junk drawer #1-4 (2022)
Garth Knox, Nine fingers (2009)
Max Reger (arr. Julie Michael), Viola Sonata in g minor: Allegretto (1916)
Derek Bermel, Figure and Ground (2010)
György Kurtág, Carenza Jig from Signs, Games, and Messages (1997)
Orlando di Lassus (arr. Julie Michael) Verbum caro (1604)
Andrew Hamilton (arr. Julie Michael) Variations on Product #1 (2020)
Julie Michael, From Genesis 5:3-32 (2023)
Giacinto Scelsi, Manto III (1957)
Giorgio Musolesi, New Piece
Julie Michael | Viola
https://juliemichael.weebly.com/
14. Juni 2026 – IEOGM “OBJECT MISNOMERS“
IEOGM ist seit 2022 ein musikalisches Duo-Projekt von Marie Vermont und the concept horse, das sich auf wechselnde Spektren elektronischer, elektroakustischer und bandbasierter Objekte und Geräte fokussiert. IEOGM hat zahlreiche Alben und kollaborative Kompositionen auf Labels wie Molt Fluid, Philatelie, Beach Buddies Records, Chocolate Monk, Steep Gloss, eë editions, Hard Return und Breton Cassette veröffentlicht und ist bisher in verschiedenen europäischen Ländern, Großbritannien, Japan und den USA aufgetreten. Marie Vermont und the concept horse sind beide auch als Soloprojekte aktiv und sind Teil des Improvisationsquartetts BILLA ENSEMBLE.
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Basierend auf ihrer kontinuierlichen Forschung und Praxis in analoger Bearbeitung und kreativem Sound- Routing als Duo, bildet das Konzert von IEOGM ein sich entwickelndes Kommunikationsnetzwerk zwischen gesprochenen und unausgesprochenen, perkussiven und mikrotonalen Klängen, irgendwo zwischen improvisatorischer Unmittelbarkeit und Partitur-basierter Komposition. Die minutiös kontrollierbaren, resonanten Töne eines Serge Modular Synthesizers treffen auf Glockenschläge und interagieren damit über die Tonbänder und im Raum. Für die Aufführung von Serge Bells wird IEOGM von Gabriela Gordillo unterstützt.
the concept horse & Marie Vermont | Tonbänder, Glocken, Serge, Oszillatoren, Mikrofone, Elektronik
Gabriela Gordillo | Elektronik, begleitende Technik
theconcepthorse.com
marievermont.world
marievermont.world/ieogm/ieogm.html
steepgloss.bandcamp.com/album/tentative-price
moltfluid.bandcamp.com/album/dolphins-in-cornwall