Termine

colliding

Die Konzert-Saison 2023/24 der Neuen Musik in St.Ruprecht steht unter dem Titel

colliding

Gesucht wurden Projekte basierend auf der Thematik der Kollision. 

SĂ€mtliche Aspekte von Aufeinandertreffen, Zusammenstoßen und Aufprallen sowie deren Auswirkungen, Eruptionen, Druckwellen und daraus neu entstehenden Gebilden sind willkommen.

Die Konzertreihe der Neuen Musik St.Ruprecht lÀsst seit 20 Jahren die KlÀnge der Jetztzeit / Gegenwart auf die beinahe Àltesten Mauern Wiens treffen und erfreut sich an den Produkten. 


17. September 2023 – A Place to Play

A PLACE TO PLAY ist eine Live-Performance, die wir gerne mit einer Reise vergleichen. Eine Reise in eine psychedelische Umgebung aus Klang und Licht, mit Blick auf die visionĂ€re und lysergische Ästhetik der sechziger und siebziger Jahre.

Video ist kein Video, sondern ein subtiles, bewegtes Lichtdesign, das stÀndig wechselnden AtmosphÀren Form verleiht. Fotos abstrakter Architekturdetails werden auf die WÀnde projiziert, um die Illusion imaginÀrer RÀume und Dimensionen zu erzeugen, in denen man sich treiben lÀsst.

Die Klanglandschaft besteht aus lang anhaltenden akustischen Saxophonnoten, die im Kontrapunkt mit einem elektronisch erzeugten Sinuswellen-Drone gespielt werden. Von Zeit zu Zeit treten Resonanzen und Schwingungsmanifestationen der Luft auf, die den Beweis fĂŒr Schallverhalten im Raum liefern.

Bilder und Töne haben die gleiche Form und entwickeln sich gemeinsam, Landschaften folgen einander in einer kontinuierlichen und schrittweisen Entwicklung, wÀhrend das Publikum dazu eingeladen wird, den Lauf der Zeit zugunsten eines kontemplativen Genusses zu vergessen.

Antonio Della Marina | Saxophon und Elektronik

Alessandra Zucchi | Videoprojektionen

www.spazioersetti.it

www.dreamspaces.it

www.fades.net

www.antoniodellamarina.com


08. Oktober 2023 – Michael Vorfeld / GLÜHLAMPENMUSIK

GLÜHLAMPENMUSIK ist eine audio-visuelle Performance, deren KlĂ€nge durch die Verwendung verschiedener GlĂŒhlampen und elektrischer Steuerungselemente entstehen. Der Einsatz von analogen Lichtreglern wie Schalter, Dimmer, Relais, Flasher etc. fĂŒhrt zu vielfĂ€ltigen Variationen innerhalb des Lichtgeschehens und des elektrischen Stromflusses. Dieses wird mit Hilfe unterschiedlicher Mikrofone und Tonabnehmer hörbar gemacht. Die VerĂ€nderung der LichtintensitĂ€t, das Glimmen der GlĂŒhfĂ€den und die rhythmische Vielfalt der flackernden und pulsierenden Lichter wird unmittelbar in eine mikrokosmische und reichhaltige elektroakustische Klangwelt ĂŒbersetzt.

Michael Vorfeld, solo 

www.vorfeld.org


12. Oktober 2023 – KNUSP

ACHTUNG: Beginn 21:00 (!)

Mit KNUSP möchten wir – das KuratorInnen-Team der Neuen Musik St.Ruprecht – ein neues Format der Begegnung etablieren. Einmal pro Saison laden wir geschĂ€tzte MusikerInnen der Echtzeitmusik ein um sich mit uns musikalisch auszutauschen.

Bei dieser Zusammenkunft sollen verschieden Formen von Synergien gepflegt und kultiviert werden: Die soziale Vernetzung, ein bekennen zueinander, eine Handreichung und Anerkennung unter KollegInnen und MitstreiterInnen. Aber noch viel wichtiger, das gemeinsame Erschaffen und Erleben, sich begegnen in Aufgeschlossenheit, Aufmerksamkeit und Respekt.

Wir haben hierfĂŒr einen Ort der Zusammenkunft gewĂ€hlt, einen sakralen Ort, einen Ort der Stille und des Gebets.

Gasper PIano | Gitarren

Nina Polaschegg | Kontrabass

Gobi Drab | Blockflöten

Klaus Haidl | Saiteninstrumente


15. Oktober 2023 – AiR | Artists in Residence

between feathers – Cordula Bösze – Alexander J. Eberhard

AiR ist das neue Vernetzungsprogramm der Neuen Musik St.Ruprecht. FĂŒr jede Saison bringen wir ein bereits bestehendes Ensemble mit zeitgenössischen KomponistInnen zusammen um den Austausch zu fördern und das Repertoire zu erweitern.

FĂŒr die aktuelle Saison konnten wir das einmalige Ensemble between feathers gewinnen, welches neue Werke von Cordula Bösze und Alexander J. Eberhard zur UrauffĂŒhrung bringen wird.

**Cordula Bösze. Vor dem Wind (2023). Text: Sylvia Treudl. Sopran, Altflöte, Marimba und Akkordeon. 10’

**Alexander J. Eberhard. Neues Werk (2023). Sopran, Flöte, Schlagzeug, Akkordeon und Elektronik. 10‘

*Klaus Lang. Cantica christine – confluence (2021). Sopran, Piccolo, Schlagzeug und Akkordeon. 16‘

*Lorenzo Troiani. La forma delle conchiglie (2021). Sopran, Bassflöte, Schlagzeug und Akkordeon – unterstĂŒtzt von SKE, 10‘

Lisa R. Coons. Essay 1: Mater (2019, rev. 2023). Sopran, Altflöte, Akkordeon, Schlagzeug und Projektion. 10‘

Agatha Zubel. Unisono I (2003). Stimme, Schlagzeug und Elektronik. 5‘

Agatha Zubel. Unisono II (2004).  Stimme, Akkordeon und Elektronik. 9‘

Sopran | Laure-Catherine Beyers

Flöte | Audrey G. Perreault

Schlagzeug | Hannes Schöggl 

Akkordeon | Maria Mogas Gensana 

http://www.betweenfeathers.com/

https://boesze.klingt.org/

https://eberhard.klingt.org/


12. November 2023 – Elisabeth Flunger & Robert Mathy 

SPHÄRENMUSIK meets ORBIT

in Kooperation mit WIEN MODERN

Elisabeth Flunger: SphÀrenmusik. Musikalische Murmelbahn (2023 UA)

Robert Mathy: Orbit. kinetische Klanginstallation (2023 UA)

Einlass ab 13:00

VorfĂŒhrungen 14:00 / 16:00 / 18:00

SPHÄRENMUSIK

Die musikalische Murmelbahn ist eine analoge Improvisationsmaschine. Verschiedene Arten von Kugeln rollen auf einer schiefen Ebene und stoßen gegen GegenstĂ€nde aus Metall. Je nach GrĂ¶ĂŸe, Material und Anzahl der Kugeln variieren die KlĂ€nge in Dynamik, Timbre und Dichte. Melodien, Klangwolken und EinzelschlĂ€ge erzeugen ein nicht vorherbestimmbares MusikstĂŒck, das am Ende sich selbst zerstört.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Kugelbahnen, bei denen die Kugeln einen perfekten Durchlauf absolvieren mĂŒssen, um ans Ziel zu kommen, ist es hier nicht so wichtig, die Wege der Kugeln vorherzubestimmen und ein Ankommen am Ende der Bahn zu garantieren. Es geht nicht um Kontrolle, sondern um das freie Zusammenspiel und die Unvorhersehbarkeit. Jeder Durchlauf ist anders. 

ORBIT

Die Klanginstallation Orbit besteht aus zwei motorisierten RotorblĂ€ttern, die auf einem Stativ befestigt sind. An den RotorblĂ€ttern hĂ€ngen an Seilen befestigte Lautsprecher. Wird die Installation in Gang gesetzt, bewegen sich die Lautsprecher durch die Rotation und die daraus resultierende Zentrifugalkraft nach außen und gewinnen an Höhe. So befinden sich die Lautsprecher in kontinuierlicher Kreisbewegung ĂŒber den BesucherInnen. Dies erlaubt eine Vielzahl von Möglichkeiten zur rĂ€umlichen Verortung des Klangmaterials. Fieldrecordings und synthetisch erzeugte KlĂ€nge geraten durch stĂ€ndige Bewegung in einen Wirbel, nĂ€hern sich einander in ihrer KlangĂ€sthetik, kollidieren und entfernen sich.
Die Akustik der Ruprechtskirche lÀsst die gefundenen und generierten T öne zu einer utopischen Soundscape verschmelzen. 

http://www.eflunger.com/

https://robertmathy.com/


17. MĂ€rz 2024 – Broken Ghost Consort

Durch die Verflechtung von Live-Auftritten und immersiven elektroakustischen Klangumgebungen fĂŒhrt Broken Ghost Consort Werke auf, die in einer hybriden Welt aus Komposition, freier Improvisation und Klanginstallation leben. Grundlegend fĂŒr die Gruppe ist die Verwendung von „Re-Embodied Sound“-Techniken, bei denen Gongs, Becken und andere Resonanzinstrumente mithilfe kleiner, an ihren OberflĂ€chen angebrachter und ĂŒber einen Computer gesteuerter Wandler aktiviert werden, sodass sie autonom erklingen. (ZusĂ€tzlich zum Metallschlagwerk wurden Posaune, Tuba, Klavier, Bratsche und Kontrabass als ResonanzgerĂ€te verwendet.)

Neben diesen „Geisterinstrumenten“ interagieren Live-Darsteller mit geschriebenen, strukturierten und spontan improvisierten Materialien in einer sich entwickelnden Werkreihe, die die Natur von Klang, Performance, MaterialitĂ€t und Raum erforscht.

Matthew Goodheart | Elektronik und wandleraktivierte Metallperkussion

Georg Wissell | Klarinette und Altsaxophon

George Cremaschi | verstÀrkter und unverstÀrkter Kontrabass

https://www.matthew-goodheart.com/broken-ghost-consort


28. April 2024 – 13 Visions for Solo Violin

nach Hildegard von Bingen und Pauline Oliveros

Das Projekt „13 Visions“ ist die imaginĂ€re Begegnung zweier Komponistinnen, deren musikalische Ästhetik trotz der Jahrhunderte, die sie trennen, viele Gemeinsamkeiten aufweist: Hildegarde von Bingen und Pauline Oliveros. Ihre jeweiligen Visionen werden daher in einem Zyklus von dreizehn StĂŒcken fĂŒr Solovioline gegenĂŒbergestellt. Irgendwo zwischen Komposition, Arrangement und Zitat liegt der Ausgangspunkt dieses Projekts bei der Textpartitur „13 changes“ von Pauline Oliveros: Sie besteht aus dreizehn poetischen Anweisungen – inspiriert von irdischen oder kosmischen Ereignissen. Das vorliegende Projekt bewahrt die von Pauline Oliveros beabsichtigte Struktur, wĂ€hrend ihre Anweisungen durch verschiedene Spieltechniken und Vorbereitungen fĂŒr das Instrument das Klanguniversum jedes StĂŒcks bestimmen. Die Lieder von Hildegard von Bingen erscheinen „im Schatten“: Die Geige, die die Rolle des Borduns spielt, schlĂ€gt eine nĂŒchterne Harmonisierung der gewĂ€hlten Melodien vor.

Clara Levy | Violine

www.clara-levy.com


26. Mai 2024 – Duo Katharina Gross & Fie Schouten

Das Duo, bestehend aus der Bassklarinettistin Fie Schouten und der Cellistin Katharina Gross, widmet sich dem zeitgenössischen, internationalen Repertoire, bei dem beide Instrumentalistinnen Freude daran haben, die tiefen Frequenzen, alle möglichen KlĂ€nge zum Klingen zu bringen, zu verschmelzen oder zu kontrastieren und theatralische Aspekte einzufĂŒgen.

Als Duo laden sie andere MusikerInnen zur Zusammenarbeit ein, bisher den Schlagzeuger Agostinho Sequiera und die Sopranistin Keren Motseri. Sie haben Kompositionen von Seung-Won Oh, Jan van de Putte, eine neue Version eines Trios von Boudewijn Tarenskeen uraufgefĂŒhrt, und in naher Zukunft sind Premieren von Rozalie Hirs (NL), Peter Jakober (A), FĂŒsun Koksal (TR) geplant ), Tolga TĂŒzun (TR).

Im Oktober 2022 ging das Duo auf Tournee in Österreich, unter anderem mit Auftritten in der Alten Schmiede in Wien und im KunstGarten Graz. Es folgten und folgen Konzerte in den Niederlanden (Nieuwe Noten Plein Theater Amsterdam, Pletterij Haarlem, Moderne Muziek Nijmegen, Gaudeamus Festival); Konzerte und Meisterkurse in der TĂŒrkei (u.a. bei den Tagen der Neuen Musik in Izmir im November 2023, LehrtĂ€tigkeit an der Bilgi-UniversitĂ€t Istanbul); in Portugal (u.a. beim Dias de MĂșsica ElectroacĂșstica Dezember 2023)

Doina Rotaru (1951): Masks fĂŒr Cello und Klarinette, 1989/ 2023 (neue Version fĂŒr Duo Gross & Schouten geschrieben)

Rozalie Hirs (1969): bee sage fĂŒr Cello & Kontrabassklarinette, 2023 (geschrieben fĂŒr das Duo Gross & Schouten)

Kunsu Shim: 12 Things

Gerhard StÀbler: 5 Capricci

Enno Poppe: Holz fĂŒr Bassklarinette, 1999/ 2015 (geschrieben fĂŒr Fie Schouten)

FĂŒsun Köksal (1973): neues Werk fĂŒr Cello & Bassklarinette, 2023 (geschrieben fĂŒr das Duo Gross & Schouten)

Tolga TĂŒzĂŒn (1971): Dyssynchrony fĂŒr Cello & Bassklarinette, 2023 (geschrieben fĂŒr das Duo Gross & Schouten)

Katharina Gross | Violoncello

Fie Schouten | Bassklarinette


07. Juni 2024 – Lange Nacht der Kirchen

Beginn: 21:30

Nina Polaschegg | Kontrabass

Gobi Drab | Blockflöten

Klaus Haidl | Saiteninstrumente


09. Juni 2024 – Infra

Konzept: Laura Pudelek, Theresa Dinkhauser, Veronika Mayer

Aus einer Bilderserie von Laura Pudelek lĂ€sst das Trio Infra eine offene Komposition entstehen: Fotos von Stromleitungen vor dem blauen Himmel – poetisch und schön, aber in erster Linie profan und zweckmĂ€ĂŸig – zeigen uns unterschiedlichste Varianten von Überlagerung, Aufeinandertreffen, Vernetzung und Abgrenzung. Aus den starken Kontrasten zwischen der grenzenlosen Weite des Himmels und den Artefakten der Technik formt das Trio kompositorische Strukturen, die metaphorisch auch Verhaltensweisen, Muster oder Klischees sozialer Strukturen widerspiegeln: die zufĂ€llige Ästhetik eine Netzes, das unsere heutige Gesellschaft und deren soziales und wirtschaftliches System ermöglicht – Infrastruktur. 

Einzelne musikalische Parameter, wie Dauer oder Tonhöhenbereiche, werden teilweise im Vorhinein fixiert. Alles Weitere entsteht im Moment, aus der spontanen Interpretation wÀhrend des Konzerts. Die Fotoserie wird als grafische Partitur in den Kirchenraum projiziert.

Das Programm wird mit grafischen Partituren von Christoph Herndler ergÀnzt.

Laura Pudelek | Cello
Theresa Dinkhauser | Klarinetten

Veronika Mayer | Elektronik